Day 54 – Wild, wild west …

Keine Fotomontage oder Bildbearbeitung – das ist der Blick auf den Franz Josef Glacier an der Westküste von Neuseelands Südinsel. Der Einstieg zum Trail führt vom Parkplatz ein kurzes Stück durch einen subtropischen Regenwald. Danach über steiniges Geröll, lange bevor man zum letzten Aussichtspunkt kommt.

Skurril wirken die Landschaften im ersten Moment. Das saftige Grün wechselt sich augenblicklich mit den Farben des eisigen Gletscherwassers, dem steinigen und moosbewachsenen Geröll, den Wasserfällen, den gigantischen grafitgrauen Bergen und dem letzten kraftvollen Weiß des Gletschers ab.


Der Weg führt über Gelände, wo sich noch vor wenigen Jahrzehnten der Gletscher in seiner ganzen Größe befunden hatte. Mit den Jahren und der zunehmenden Erderwärmung ist der gigantische Gletscher um ein Vielfaches geschrumpft.

Bis hier und nicht weiter! Der Gletscher darf nicht mehr bestiegen werden. Ein Trail führt bis zu diesem Aussichtspunkt, um einen Blick auf die Schönheit des noch übrig gebliebenen Gletscher zu erhalten. Ein weitere Möglichkeit einen Blick auf den Gletscher zu erhalten: Heli Flüge über und um den Gletscher.



Wir haben Glück mit dem Wetter – die tief liegenden Wolken, die am frühen Morgen die Berge noch verdecken, lichten sich bereits nach kurzer Zeit und vereinzelte Sonnenstrahlen zeigen die wahre Pracht des ehemaligen weißen Giganten.

Die raue Westküste mit grauen Sand- und Steinstränden bietet einen Kontrast zu der spektakulären Berglandschaft. Die Fahrt durch den Regenwald führt zum Okarito Lake, Nähe des Tasmanischen Meeres.

Ein wahres Kleinod und ein toller Ausgangspunkt für Wanderungen finden wir in Okarito. Die Bucht wurde im 17. Jahrhundert vom europäischen Seefahrer Tasman entdeckt und diente zum Fischfang, den Goldgräbern und als Hafen.

Ein 1,5 stündiger Trail führt uns über den Okarito See durch den Regenwald auf eine Anhöhe mit Blick auf die Bergfront von Franz Josef, Mount Cook und weiteren Bergen, die die Landschaft prägen.

Auf der anderen Seite findet sich die Aussicht auf das weite Meer. Der Wind bläst über die Aussichtsplattform und trotz blauen und strahlenden Himmel wird es wieder frisch.

Das Nationaltier von Neuseeland haben wir bisher zwar noch nicht live zu Gesicht bekommen da nachtaktiv und menschenscheu, eine Abbildung sollte vom süssen Kiwi in unserem Blog aber auf keinen Fall fehlen.
