Day 22 Happy day – happy life

Gili Tewangan, eine Insel der Gegensätze.
Ich lasse den Tag heute etwas früher beginnen, zum einen wegen den vielen umherschwirrenden Schnaken, die uns nicht schlafen lassen und zum anderen, die noch angenehmen Temperaturen für einem Strandspaziergang zu nutzen.
Die Strassen erwecken langsam zum Leben. Die kleinen Läden in den Seitenstrassen haben bereits ihre Speisen auf kleinen Holztischen ausgelegt und kehren jetzt den Strassenteil vor ihren Buden. Während dessen bewegen sich die Insulaner auf der Hafenpromenade, um den Strand zu fegen und ihre OutdoorMöbel und Sitzkissen für die Touristen zu präparieren.

Um diese Uhrzeit sind bis auf zwei Jogger keine Urlauber weit und breit zu sehen. Auf meinem Spaziergang sehe ich Dina, die auf Frühstücksgäste in der Sands Bar wartet. Mit Dina, einer indonesischen Kellnerin, verabredete ich mich vor zwei Tagen zum Beach Yoga im Rahmen meines Projektes Yoga around the globe. Da wir uns aber leider verpassten, freut ich mich um so mehr, sie so früh wiederzusehen. Ihre Arbeitsschicht endete um 24 Uhr und um 6 Uhr steht sie schon wieder für die Urlauber bereit.

Spontan holen wir die verpasste Yogaeinheit nach und starten direkt vis vis des Restaurants und Hotels mit lockeren Sonnengrüßen. Es macht Spaß zuzusehen, wie Dina und ihr Kollege Sudirman wissbegierig den Asanas folgen. Überrascht über die Herausforderung bei der Ausübung der Übungen; zufrieden mit sich lächeln sie mich an. Welch eine Energie, es ist überwältigend.
Was ich beiden auf den Weg gebe ist, ab und an bewusster zu atmen und sich der Verwurzelung ihrer Füsse bewusst zu werden, besonders wenn es mal wacklig und heikel in Ihrem Alltag werden sollte.
Was ich heute gelernt habe: Yoga verbindet ungemein und das Geben wird um das x-fache belohnt. Was gibt es denn Schöneres? Und dann höre ich sie aufgeregt mit ihren Kollegen sprechen, begeistert von ihrer neuen Erfahrung berichtend.
Das nenne ich einen happy day 🙂

Und dann ist da noch das Thema mit den Gegensätzen. Es fällt mir sehr schwer bei all den Eindrücken und Bildern, die ich in den letzten Tagen erhalten habe, nicht zu bewerten bzw. zu urteilen.


Die schönsten Restaurants und Beach Clubs zieren die Promenaden, um den Urlaubern ein Wohlfühlgefühl zu vermitteln. Stets freundlich, adrett und hilfsbereit treten die Insulaner den Gästen gegenüber. Das alltägliche Leben zeigt sich in der nächsten Seitenstrasse von einer ganz anderen Seite.

Zementsäcke vor den Haustüren, Müll in vielen Ecken und viele Wohngebäude, die dringend einer Reparatur benoetigen. Es scheint, dass unser Verständnis von Ordnung und Esthetik völlig überzogen zu sein scheint. Mir fällt es schwer, nicht für Ordnung sorgen zu dürfen. Es ist alles gut so wie es ist, scheinen die Menschen uns mit ihrer Ausstrahlung und ihrem Verhalten zu vermitteln.

Ein Bike Tour führt uns zweimal um die Insel. Der westliche Teil ist noch etwas ruhiger und traditioneller, wobei auch hier neue Beach Clubs und Ferienhäuser entstehen, die sich aber mit Bambusdächern gut in die Landschaft einfügen.

Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen unter einem Laubbaum am Strand und schauen zu, wie sich der Wasserstand des Meeres verändert. Das Wasser ist so warm wie in einem Whirlpool, am Strand sind wir gegen die Mittagszeit die einzigen Gäste. Gegen Nachmittag präparieren die Beachboys die Sitzsäcke für den Sonnenuntergang und geben uns nach getaner Arbeit lehrreiche Infos zu ihrer Religion und Lebensgewohnheit.
À propos Sonnenuntergang: Sie sind einzigartig und romantisch. Pferde traben samt Reiter durch das ansteigende Meerwasser in die Abendsonne; passende Musik unterstreicht das Naturspektakel… nach Sonnenuntergang findet nebenan bei Lagerfeuer und rhythmischen Trommelschlägen HulaHupp Tanz statt.
What a happy day ….

